Die LIGA der Freien Wohlfahrtspflege Frankfurt am Main (LIGA Frankfurt) fordert die Stadt Frankfurt auf, ein kommunales Investitionsprogramm zur Hitzeanpassung in sozialen Einrichtungen aufzulegen. Ziel ist es, Kitas, Einrichtungen der Altenhilfe sowie weitere sozial- und gesundheitliche Einrichtungen klimaresilient zu gestalten.
Die Forderung knüpft an den aktuellen Koalitionsvertrag an, demnach Sozial- und Gesundheitseinrichtungen freier Träger bei der Hitzeanpassung unterstützt und die Finanzierung von Investitionskosten durch die Stadt geprüft werden soll.
Hitzeschutz als Teil der Daseinsvorsorge
Extreme Hitzeereignisse treten in Frankfurt zunehmend häufiger auf und stellen eine wachsende Belastung für besonders vulnerable Gruppen dar. Insbesondere Kinder, ältere Menschen und pflegebedürftige Personen sind gesundheitlich stark betroffen und auf bauliche sowie technische Schutzmaßnahmen in den Einrichtungen angewiesen, in denen sie betreut und versorgt werden.
„Hitzeschutz ist ein zentraler Bestandteil der sozialen Daseinsvorsorge“, erklärt Franziska Zühlsdorff, Regionalgeschäftsführerin von Der Paritätische Frankfurt und Vorsitzende der LIGA Frankfurt. „Wenn die Stadt Frankfurt ihre Klimaanpassungsziele ernst nimmt, müssen soziale Einrichtungen systematisch in den Blick genommen werden.“
Bestehende Maßnahmen stoßen an Grenzen
Viele Träger setzen bereits organisatorische Maßnahmen zur Hitzeminderung um, etwa angepasste Tagesabläufe, Trinkkonzepte oder Lüftungsstrategien. Diese Maßnahmen stoßen jedoch ohne bauliche und technische Investitionen an ihre Grenzen.
Benötigt werden vor allem:
- bauliche Verschattung und Sonnenschutz,
- Begrünung von Außenflächen und Gebäuden,
- energetische Sanierungen zur Reduktion von Wärmelasten,
- passive und aktive Kühlkonzepte und
- hitzeresiliente Gestaltung von Innen- und Außenräumen.
Freie Träger können Rücklagen nur eingeschränkt und zweckgebunden bilden; für größere Investitionen in baulichen Hitzeschutz reichen diese Spielräume in der Regel nicht aus. Angesichts steigender Betriebskosten können diese Investitionen daher nicht allein aus eigener Kraft finanziert werden.
Vorschlag: kommunales Hitzeschutz-Investitionsprogramm
Die LIGA Frankfurt schlägt daher die Einrichtung eines kommunalen Programms zur Hitzeanpassung sozialer Infrastruktur vor. Dieses soll:
- eine systematische Bestandsaufnahme besonders belasteter Einrichtungen ermöglichen,
- klare Förderkriterien für Hitzeschutzmaßnahmen definieren
- eine priorisierte Förderung vulnerabler Einrichtungen sicherstellen und
- bauliche Hitzeschutzmaßnahmen mit energetischer Sanierung und Klimaanpassung verbinden.
Zudem sollte die Freie Wohlfahrtspflege frühzeitig und verbindlich in Planung, Priorisierung und Umsetzung einbezogen werden, da sie die konkrete Versorgungspraxis in den Einrichtungen verantwortet.
Umsetzung im Rahmen bestehender Finanzierungsinstrumente
Die LIGA Frankfurt weist darauf hin, dass für ein solches Programm auch bestehende Investitionsmittel und Finanzierungsinstrumente von Bund, Land und Kommune nutzbar gemacht werden können. Entscheidend sei jedoch eine strategisch gebündelte und zweckgerichtete Umsetzung auf kommunaler Ebene.
„Die Stadt Frankfurt kann Klimaanpassung und soziale Infrastruktur jetzt in ein verbindliches Handlungs- und Investitionsprogramm überführen“, so Markus Eisele, Theologischer Geschäftsführer des Evangelischen Regionalverbands Frankfurt und Offenbach sowie ebenfalls Mitglied der LIGA Frankfurt. „Hitzeschutz in sozialen Einrichtungen ist Gesundheitsschutz und Voraussetzung für eine resiliente soziale Infrastruktur. Die LIGA Frankfurt bringt ihre Praxiserfahrung gerne in die Ausgestaltung ein.“
